Kommen wir zur Geschichte des Unternehmens.

Sie ist sicher so lang wie nur irgendeine in unserer Branche.

Allerdings haben bislang erst 64 Jahre davon stattgefunden; deshalb ist noch nicht sonderlich viel zu erzählen. Aber bitte: Die Sache begann, wie es sich für eine ordentliche Firmenchronik gehört, "ganz klein". Das war damals - 1936 - noch durchaus üblich.

Beim frischgebackenen Konditormeister Franz Peters (26) war es eine winzige Eisdiele mit vier kleinen Tischen und 1,60 Theke. Mehr gaben seine Ersparnisse aus 7 Wanderjahren nicht her. (8,60 - 24,50 RM-Wochenlohn !) Aber die Rendite war großartig, schon am Eröffnungstag rappelten abends 38,60 Mark im Zigarettenkistchen unterm Tresen ; fast genug für die erste Monatsmiete. Peters´ Eisdiele war in der kleinen Lippestadt sofort "in".

Im Winter wurde das vier Tische-Lokal zur Kaffeestube. Und die mauserte sich dann zu einem richtigen Café: Sehr klein, sehr gut und bald recht bekannt.

Wer seine Freunde erstklassig bewirten wollte, der ließ den Kuchen von Peters kommen. Und dabei ist es auch bis heute geblieben. 1940 brach der "Kalte Franz"- so nannte man ihn längst im Städtchen - zu weiteren sieben " Wanderjahren" auf, aber diesmal in feldgrau. Es hätten auch leicht ein paar Jahre mehr werden können, hätte er sich nicht bei erster Gelegenheit aus dem Lager "Kaliningrad" selbst entlassen und den Fußmarsch nach Hause angetreten.

1948 begann auch für das Cafe Peters die zeittypische Wirtschaftswunder - Erfolgsstory: Umbau, Ausbau, Anbau usw. usw. Sie kennen das.

Doch in einem unterschied sich die Entwicklung vom Üblichen: Franz Peters begnügte sich nicht mit dem Guten, er arbeitete konsequent auf das Bessere hin und erreichte auch bald den Qualitätsstandard großstädtischer Spitzenkonditoreien.
Bald zählte auch das Cafe Peters zu den hochangesehenen Betrieben , in den ehrgeizige junge Konditoren unbedingt einmal gearbeitet haben mussten.

So kam mein Vater, Norbert Frochte, 1957 in Peter's Backstube. Die Peter's hatten keinen Sohn. Aber eine Tochter, die schön und liebenswert genug war, unter den Prinzen des Gewerbes wählen zu können. Ihre Wahl fiel auf einen mittellosen Gesellen, auf meinen Vater. Da musste er wohl zeigen, dass er's wert war. Mit einer entsprechenden Meisterprüfung und mit gehörigem Einsatz im Geschäft. Das er dann auch noch "etwas Eigenes" aufbauen wollte, wird jeder richtige Mann verstehen.

Er begann mit einer kleinen Frischpralinen-Produktion, denn auf diesen Teil des Konditorhandwerks versteht er sich. Zwei auswärtige Meister beteiligten sich finanziell an dem Projekt (Einer freilich nur kurz). Der Start gelang, wie viele von Ihnen wissen.

Bald nahm die Branche den kleinen Anfänger ernst, und unsere Kunden gottlob auch. 13 Jahre später war das geplante Umsatzziel erreicht. Da kündigte der zweite der drei Meister - mein Vater. Und mit ihm die gesamte Belegschaft. So etwas ist im Geschäftsleben manchmal unausweichlich. Er hat seine Produktion mit der bewerten alten Mannschaft dann noch einmal neu gegründet. Aber jetzt unter dem Namen des inzwischen eigenen Hauses Peters.

Wie es mit dem Cafe weiterging? Was die " 5 Sterne " im Michelin sind, das ist DIE TASSE im "Deutschen Cafe-Führer: Zeichen der höchsten erreichbaren Testnote.
Der Autor, der als anonymer Gast über tausend Konditoreien getestet und 250 davon einer Besprechung würdigte, sagt es so: " unter 250 guten Cafe-Konditoreien der Bundesrepublik gibt es eine Anzahl, die noch besser als gut sind. Spitzencafes also, deren Besuch ein Höhepunkt an süßem Genuss vermittelt.

Um sie gebührend zu empfehlen, sind sie vom dem Namen zusätzlich mit dem Symbol einer Kaffeetasse gekennzeichnet. So zeigt diese Hervorhebung an, dass hier ihr Konditoreibesuch zum Fest wird."

Der Führer durch die besten deutschen Cafes verzeichnet nördlich des Main ein Dutzend solcher Spitzencafes, allesamt in Großstädten.

Und dann noch eines in der Provinz Cafe Peters- in Lippstadt. Ob es mit dieser hohen Rangeinstufung seine Richtigkeit hat, das will natürlich kritisch überprüft sein. Von Ihnen. Immermal wenn ihr Weg Sie in die Nähe dieser Stadt führt. Übrigens: Cafe Peters liegt direkt am Markt (Parkplatz).

1999 kurz vor dem neuen Jahrtausend war es dann soweit, die dritte Generation übernahm die Leitung des Cafe Peters - Christian Frochte-Peters. Nachdem auch ich meine Wanderjahre durch deutsche und internationale Spitzenbetriebe abgeschlossen hatte, legte ich die Meisterprüfung im Konditorenhandwerk ab. Dazu kam der Betriebswirt des Handwerks um auch kaufmännisch gewappnet zu sein. Durch unseren Ladenumbau und die neu gestaltete Hausfront - mit einer der ältesten Eingangstüren Lippstadts - haben wir versucht, zwischen Tradition und Fortschritt eine Brücke zu schlagen. Wie uns das gelungen ist? Davon überzeugen Sie sich am besten einmal selbst.

Ihr Christian Frochte-Peters